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Pressemitteilung 98 von 98

Der "TED" - für die Meinungsforschung nicht geeignet

Der Teledialog, kurz TED genannt, der Firma Media Control in Baden-Baden, wird in zunehmendem Maße von den Fernsehanstalten nicht nur im Unterhaltungsbereich, sondern auch in Nachrichtenmagazinen und anderen Informationssendungen eingesetzt.

Diese Entwicklung beobachtet der Arbeitskreis Deutscher Marktforschungsinstitute e.V. mit großer Sorge. Während der Einsatz des TED im Unterhaltungsbereich oftmals den Unterhaltungswert einer Sendung steigert, ist er für die Ermittlung der Einstellungen der Bevölkerung zu ernsten und sachlichen Themen vollkommen ungeeignet. Verschiedene Faktoren haben zur Folge, dass die Ergebnisse des TED kein getreues Abbild der Meinung in der Bevölkerung sein können:

Die Struktur der Fernsehzuschauer nach verschiedenen Merkmalen, die mit Einstellungen und Meinungen korrelieren, wie beispielsweise Alter, Bildung, Geschlecht, weicht gewöhnlich von den entsprechenden Strukturen in der Bevölkerung in erheblichem Umfang ab. Allein schon deshalb können die Ergebnisse des TED nicht repräsentativ sein. Am jeweiligen Thema stark interessierte Zuschauer weisen eine höhere Teilnahmebereitschaft auf als die Mehrheit der Zuschauer. Dadurch wird die Repräsentativität der Ergebnisse des TED weiter eingeschränkt. Emotional engagierte Zuschauer dürften darüber hinaus auch bereit sein, mehrmals anzurufen, um das Ergebnis des TED in ihrem Interesse zu manipulieren.

Für eine wissenschaftlich-methodisch einwandfreie Formulierung der Fragen des TED gibt es keine Garantie. Durch unausgewogene Frageformulierungen wird aber das in der Bevölkerung tatsächlich vorliegende Meinungsbild bewusst oder unbewusst in die eine oder andere Richtung verzerrt. Diese Verzerrung des tatsächlichen Meinungsbilds kann durch das Verhalten des jeweiligen Moderators, durch Mimik, Gestik und Tonfall noch verstärkt werden.

03.01.1994