19. Wie unterscheiden sich Markt- und Sozialforschung und Direktvermarktung?

Markt und Sozialforschung und Direktmarketing unterscheiden sich in ihren Zielen und Methoden. Deshalb: Nur Marktforscher dürfen unaufgefordert anrufen, um Personen telefonisch zu befragen. Nicht angekündigte Anrufe für Werbung oder Verkauf, sogenannte Cold Calls, sind durch höchstrichterliche Urteile verboten.

Erstes Unterscheidungsmerkmal ist das Ziel der Anrufe: Marktforscher versuchen mit ihren Umfragen verallgemeinerbare Erkenntnisse über wirtschaftliche, soziale und soziopsychologische Tatbestände, Zusammenhänge und Entwicklungen zu gewinnen – Direktvermarkter wollen etwas verkaufen.

Markt- und Sozialforschungsinstitute weisen ihre Interviewerinnen und Interviewer an, auf Fragen der Angerufenen zu antworten. Diese informieren die Angerufenen:

  • wer anruft, nennen ihren Namen sowie den des Institutes
  • warum die Umfrage gemacht wird
  • wie die Daten verarbeitet und genutzt werden
  • dass die Teilnahme freiwillig ist

Grundsätzlich erfolgen Anrufe für Markt- und Sozialforschungszwecke in Privathaushalten nur tagsüber, zwischen 9 Uhr und 21 Uhr, um die Privatsphäre zu schützen. Die Interviewer kennen die Namen der Angerufenen nicht. Nur Markt- und Sozialforscher gewährleisten Datenschutz und Anonymität der befragten Personen. Ein Rückschluss auf einzelne befragte Personen ist nicht möglich.

Direktvermarkter weigern sich häufig, das Unternehmen zu nennen für das sie anrufen, geben höchst ungern den Namen der Anrufer preis, kennen oft den Namen des Angerufenen und andere personenbezogene Daten, möchten Details zur Kontoverbindung und legen fast immer auf, wenn sie selbst gefragt werden. Zusammengefasst: Direktvermarkter wollen mit jedem Anruf etwas verkaufen oder mindestens einen Folgetermin vereinbaren.