Ein Auslandspraktikum während der Ausbildung? Für viele Azubis scheint das unerreichbar – doch das Erasmus-Plus-Programm macht es möglich. Christina Laßka berichtet von ihrer vierwöchigen Reise nach Island, die sie nicht nur fachlich, sondern auch persönlich bereichert hat.
Mein Name ist Christina Laßka, ich bin 29 Jahre alt und im zweiten Ausbildungsjahr zur Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung. Eine Informationsveranstaltung meiner Berufsschule, dem Joseph-DuMont-Berufskolleg in Köln, hatte mein Interesse für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung geweckt. Diese Ausbildung absolviere ich ebenfalls in Köln, bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Das Erasmus-Programm bietet Hilfe an, ein Land mit geeigneter Praktikumsstelle zu finden. Es gibt Listen mit Unternehmen, Organisationen und Instituten, die bereits in bestimmten Berufsfeldern Praktikantinnen und Praktikanten aufgenommen oder entsendet haben. Diese kann man kontaktieren und sich über alles Weitere erkundigen.
In meinem Fall habe ich diese Hilfe nicht benötigt, denn ich arbeite bei GESIS in einem Team, das internationale Umfragedaten bearbeitet (ISSP). Jedes Jahr findet ein Meeting mit allen Mitgliedsländern der Umfragereihe statt. Auf diesem Meeting hat meine Teamleiterin über mich und mein Vorhaben berichtet und gefragt, ob Institute aus den vertretenen Ländern sich vorstellen könnten, mich für vier Wochen als Praktikantin zu beschäftigen. Das Praktikumsinstitut bezahlt meine Arbeit vor Ort nicht, denn ich bekomme auch während meiner Abwesenheit weiterhin mein Gehalt vom regulären Arbeitgeber. Zusätzlich gibt es finanzielle Hilfe aus dem Fördertopf für Erasmus-Teilnehmende.
Einige Länder boten mir diese Möglichkeit, und ich habe mich für Island entschieden. Der Zeitraum ist übrigens variabel und kann auch kürzer oder länger als vier Wochen sein.
In der Vorbereitung standen mir die IHK Köln sowie die sequa gGmbH jederzeit zur Seite und haben mich in allen Belangen unterstützt. Die IHK hat mich an sequa vermittelt, die sich um alles Vertragliche gekümmert haben und von denen ich auch die finanzielle Förderung erhalten habe. Sequa ist eine gemeinnützige Organisation, die Mobilitätsprogramme betreut und fördert. Das hat die Vorbereitungen sehr vereinfacht und die Vorfreude gesteigert. Um eine Unterkunft habe ich mich selbst gekümmert, ebenso wie um den Flug, den ich nach Erhalt der Fördergelder gebucht habe.
Im April 2025 begann meine Reise nach Reykjavík an die University of Iceland. Dort gibt es das Social Science Research Institute, das eine ganz ähnliche Arbeit leistet wie GESIS. Angeschlossen an die Universität laufen hier einige Umfrageprogramme zusammen. Die Daten werden entweder vor Ort erhoben oder aufbereitet, veröffentlicht und archiviert.
Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und habe mit meiner Ansprechpartnerin vor Ort besprochen, welche Fähigkeiten ich mitbringe, wo ich mich weiterentwickeln möchte und was mich an ihrer Arbeit interessiert. Nach diesem Gespräch haben wir meine Einsatzfelder geplant. Das Tolle für mich: Ich konnte auf bereits Gelerntes zurückgreifen und gleichzeitig neue Aufgabenbereiche und Herausforderungen kennenlernen.
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