Mehr als 60 Vertreter*innen der Mitgliedsinstitute des ADM Arbeits-kreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e. V. kamen am 13. November 2025 virtuell zur außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammen, um über die zentralen Zukunftsthemen der Branche zu beraten. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen diesmal der verantwortungsvolle Um-gang mit Künstlicher Intelligenz (KI) sowie die Sicherung von Transparenz und Qualität.
Bereits der Vorabend lieferte einen spannenden Auftakt: Axel Schomborg und Fatemeh Aarabi von Produkt + Markt stellten in ihrem Impulsvortrag „Synthetische Daten für Qualität und Effizienz?“ vor, welche Chancen der Einsatz synthetischer Daten für Forschung und Praxis bietet und wo ethische, methodische und praktische Grenzen liegen. „Der Abend hat gezeigt, dass wir alle beim Einsatz von KI noch auf der Suche sind und viele Fragen haben. Es ist wichtig, dass wir uns diese Fragen gegensei-tig stellen und unsere Erfahrungen austauschen. Dafür ist ein Verband wie der ADM da“, resümierte Dr. Roland Abold (ADM-Vorstandsmitglied), der durch den Abend führte. Die anschließende Diskus-sion verdeutlichte die enorme Wichtigkeit des verantwortungsvollen Einsatzes von Künstlicher Intelli-genz in der Markt- und Sozialforschung.
Die Mitgliederversammlung selbst setzte diesen Dialog fort: Der reflektierte Umgang mit KI ist aktuell eines der zentralen Anliegen des ADM. Die Arbeitsgruppe „KI und Transparenz“ berichtete über die Entwicklung gemeinsamer Leitlinien der Verbände für den Einsatz von KI in der Markt- und Sozialfor-schung. Diese sollen 2026 veröffentlicht werden und Maßstäbe für ethisches, transparentes und qua-litätsgesichertes Arbeiten in der Branche setzen. Parallel dazu arbeitet die Arbeitsgruppe „CATI und KI“ an der Bewertung von Telefoninterviews mit digitalen Interviewenden. Hier stehen Chancen wie Effizienzsteigerung und Standardisierung den Herausforderungen rund um Akzeptanz, Vertrauen und Datenqualität gegenüber. Ziele der Arbeitsgruppe sind Regulierungsvorschläge und Best Practices für den Einsatz von KI-Interviewenden.
Ein weiterer Höhepunkt war die Vorstellung des geplanten Forschungsprojektes „Mixed-Sample“ der Arbeitsgemeinschaft ADM-Stichproben. Dieses will der Frage nachgehen, welche Kombinationen ver-schiedener Erhebungsmodi für konkrete Anwendungsfälle am besten geeignet sind, um Repräsenta-tivität und Datenqualität zu garantieren. Sie geht damit einer der aktuell zentralen Fragen bei der Pri-märdatenerhebung nach. Die Mitgliederversammlung beschloss mit großer Mehrheit, das Projekt aus dem Etat des ADM zu unterstützen.
Zudem präsentierte der ADM einen Ausblick auf die nächste Staffel der Initiative „Understanding Data“, die mit auf YoutTube verfügbaren Webinaren die Datenkompetenz in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stärken möchte. Das Projekt zeigt, wie Aufklärung und praxisnahe Vermittlung Ver-trauen in Daten und Forschung fördern können.
„Unsere Branche steht an einem Wendepunkt“, so ADM-Vorstand Bernd Wachter. „KI eröffnet enorme Potenziale – aber nur, wenn wir sie mit Verantwortung, Transparenz und wissenschaftlicher Sorgfalt einsetzen.“
Die nächste ordentliche ADM-Mitgliederversammlung findet am 21. Mai 2026 in Berlin statt.

