Der ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. hat die Ergebnisse seiner Konjunkturumfrage für das zweite Halbjahr 2025 vorgelegt. Die befragten Mitgliedsunternehmen bewerten ihre eigene wirtschaftliche Lage rückblickend und im Ausblick insgesamt stabiler als im Vorjahr. Deutlich pessimistischer fällt hingegen weiterhin die Einschätzung für die Markt-, Meinungs- und Sozialforschungsbranche in Deutschland insgesamt aus.
Rückblick: Auftragslage im zweiten Halbjahr 2025 leicht stabilisiert
Nachdem die Umfrageergebnisse im ersten Halbjahr 2025 noch von einer deutlichen Eintrübung gezeichnet waren, berichten die Institute für die zweite Jahreshälfte von einer leichten Stabilisierung. 74 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Auftragslage als „gut“ oder „sehr gut“ (erstes Halbjahr 2025 65 %). 26 Prozent bewerten die eigene Auftragslage hingegen als weniger gut (erstes Halbjahr 2025 34 %). Damit liegen die Werte in etwa auf dem Niveau von 2024, aber noch weit unter den Werten von 2023.
Die Auftragslage hat sich im Verlauf des Jahres 2025 deutlich verbessert. So geben 44 Prozent der befragten ADM-Unternehmen an, dass ihre Lage im Vergleich zum ersten Halbjahr positiver ist, 44 Prozent sprechen von einer gleichbleibenden Auftragslage und 11 Prozent verzeichneten in den letzten sechs Monaten eine weitere Verschlechterung. Vor sechs Monaten fielen die Einschätzungen deutlich negativer aus: Damals berichteten lediglich 21 Prozent von einer Verbesserung, während 38 Prozent eine Verschlechterung gegenüber dem Vorhalbjahr feststellten.
Ausblick 2026: Weiterhin zurückhaltende Aussichten
Diese vorsichtige Zuversicht spiegelt sich auch in den Umsatzprognosen wider. 32 Prozent der befragten Unternehmen rechnen 2026 mit einer weiteren Verbesserung der Auftragslage, während 43 Prozent von einer gleichbleibenden Entwicklung ausgehen und 26 Prozent immer noch von einer Verschlechterung. Alles in allem rechnen 41 Prozent der Mitgliedsunternehmen für 2026 mit steigenden und 15 Prozent mit sinkenden Umsätzen.
Trotz dieser positiven Signale bleibt die Personalplanung defensiv. Zwar haben knapp 48 Prozent der Institute im vergangenen Jahr Stellen ausgeschrieben, für 2026 planen jedoch nur 13 Prozent eine Aufstockung des Personals. Demgegenüber steht ein Anteil von 19 Prozent, der mit einem Rückgang der Beschäftigtenzahl rechnet. Dies spiegelt die anhaltende Notwendigkeit zur Effizienzsteigerung wider.
Pessimismus für den Gesamtmarkt
Im Kontrast zur eigenen Unternehmenslage steht die Einschätzung der Marktentwicklung für die Branche insgesamt. Hier herrscht weiterhin Krisenstimmung:
Über die Hälfte der Befragten (52 %) rechnet mit einem Umsatzrückgang für die Branche im Jahr 2026 und nur 6 Prozent glauben an ein Marktwachstum.
Damit setzt sich der negative Erwartungstrend der Vorjahre fort. Die Ergebnisse verdeutlichen eine wachsende Diskrepanz: Während viele ADM-Institute ihre eigene Marktposition als relativ stabil einschätzen, wird das Marktvolumen für die Branche insgesamt zunehmend kleiner eingeschätzt.
„Die Zahlen zeigen eine bemerkenswerte Resilienz unserer Mitgliedsinstitute“, kommentiert Bernd Wachter, Vorstandsvorsitzender des ADM. „Gleichzeitig ist der anhaltend pessimistische Blick auf den Gesamtmarkt in Deutschland ein klares Warnsignal. Die Branche steht unter erheblichem Transformationsdruck, nicht zuletzt auch durch den zunehmenden Einsatz von KI.“
Untersuchungssteckbrief zur aktuellen Konjunktur der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung erstes Halbjahr 2025:
Auswahlgrundlage: 79 ADM-Mitgliedsunternehmen; Fallzahl: n = 54; Erhebungszeitraum: Dezember2025/Januar 2026; Erhebungsmethode: Onlinebefragung.
Die Befragungen zur Konjunktur finden halbjährlich unter den ADM-Mitgliedsinstituten statt. Zahlen der aktuellen und der vergangenen Konjunkturumfragen finden Sie unter diesem Link.

