#9 | Die wichtigsten Richtlinien, Standards und Normen
Datenschutz ist gesetzlich geregelt und Verstöße dagegen werden strafrechtlich verfolgt.
Die Frage der Qualität und Angemessenheit von Markt- und Sozialforschung ist dagegen kein Thema der Legislative, sondern Aufgabe der so genannten Selbstregulierung.
Sowohl auf internationaler Ebene (ESOMAR) wie vor allem auf nationaler Ebene sind eine Vielzahl von Richtlinien, Standards und Normen geschaffen worden, die einzuhalten sich seriöse Anbieter in der Markt- und Sozialforschung selbst verpflichten und auf diesem Wege ein hohes Qualitätsniveau der Markt- und Sozialforschung sichern. Diese Richtlinien, Standards und Normen als Akt der Selbstverpflichtung sind freiwillig und damit nicht automatisch bei allen Anbietern von Markt- und Sozialforschungsleistungen vorauszusetzen. Umso wichtiger ist deren Kenntnis und das Einfordern seitens der Auftraggeber.
Hier die wichtigsten Quellen für Richtlinien, Standards, Kodizes:
- Auf internationaler Ebene ist hauptverantwortlich ESOMAR. Vor allem mit dem ICC/ESOMAR Internationaler Kodex zur Markt-, Meinung- und Sozialforschung und Datenanalytik inklusive der ergänzenden Erklärung für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, der sogenannten Deutschen Erklärung
- Dieser weltweit gültige Kodex stellt das Dach für weitere Richtlinien und Standards, international oder in nationaler Ausrichtung dar.
- ESOMAR hat darüber hinaus eine Vielzahl weiterer Hilfsmittel erarbeitet.
- In Deutschland liegt die Verantwortung für Richtlinien und Standards bei den mittlerweile vier Verbänden der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung (in alphabetischer Reihenfolge: ASI, ADM, BVM, DGOF).
- Richtlinien und (Qualitäts-)Standards werden in der Regel in Abstimmung aller vier Verbände erarbeitet und gemeinsam verabschiedet.
Richtlinien und Standards sind für Mitglieder in den Verbänden verpflichtend und haben auch darüber hinaus allgemeine Verkehrsgeltung für Markt-, Meinung- und Sozialforschung. - Die Richtlinien betreffen Vorgaben für unterschiedliche Methoden, aber auch für übergeordnete Themen wie zum Beispiel die Befragung von Minderjährigen, den Umgang mit Datenbanken etc.
- Zum Qualitätsthema besonders wichtig und in neuer, aktualisierter Überarbeitung sind die Qualitätsstandards. Hierbei geht es um die Sicherstellung höchster Forschungsqualität.
- Auch bei den deutschen Verbänden werden Kodex und Richtlinien ergänzt um praktische Ratgeber wie zum Beispiel die Leitfäden zur Informationssicherheit in der Markt-, Meinungs- und Sozialforschung , zur IT-Sicherheit in der Markt- und Sozialforschung und vieles mehr.
- Und nicht zuletzt finden sich wichtige Informationen zum Datenschutz in der Marktforschung – unter anderem neben dem Verweis auf die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) auch ein Gutachten zu den Auswirkungen der europäischen Datenschutzreform auf die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung.
Kodizes, Richtlinien, Leitfäden, Ratgeber: Alles dient direkt oder indirekt auch der Qualitätssicherung der durch Markt-, Meinungs- und Sozialforschung erbrachten Leistungen: sei es über Primärforschung oder Sekundärforschung, über Datenanalysen, seien es Beratungsleistungen. Informationen zum Ausbildungsberuf Fachangestellte für Markt und Sozialforschung (FAMS), zur Transparenz-Initiative, das umfassende Angebot zur Rechtsberatung und weitere Aktivitäten runden die qualitätssichernden Aktivitäten des ADM sowie der anderen Verbände in Deutschland ab.

