Der ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. weist pauschale Zweifel an der Qualität von Umfragen und der Arbeit von seriösen Umfrageinstituten zurück.
In Zeiten vermehrter Polarisierung sowie zunehmender Schärfe und Lautstärke politischer Meinungsäußerungen bieten wissenschaftliche Meinungsumfragen eine Momentaufnahme der tatsächlichen Stimmungslage zu einer konkreten Fragestellung.
Diese Umfrageergebnisse werden nicht immer allen gesellschaftlichen Akteuren gefallen. Die Aussagekraft von Umfrageergebnissen und damit die Seriosität einer ganzen Branche anzuzweifeln, ist jedoch der falsche Weg, mit unliebsamen Ergebnissen umzugehen. Der ADM steht für Transparenz und ist offen für eine sachliche Diskussion, wie Umfrageergebnisse zustande kommen.
Meinungsumfragen als Beitrag zum demokratischen Dialog
Seriöse Meinungsumfragen erfüllen eine wichtige Funktion in einer demokratischen Gesellschaft. Sie machen sichtbar, wie Bürger*innen politische und gesellschaftliche Entwicklungen wahrnehmen, welche Themen sie beschäftigen und wie sich Einstellungen im Zeitverlauf verändern. Sie bilden damit eine wichtige Grundlage für politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen und leisten einen Beitrag zu einer informierten öffentlichen Debatte.
Gerade in einer demokratischen Öffentlichkeit, in der Umfrageergebnisse regelmäßig zur Einordnung gesellschaftlicher Entwicklungen herangezogen werden, ist ein sachlicher und methodisch fundierter Umgang mit ihnen von besonderer Bedeutung. Das gilt für die Durchführung und Veröffentlichung von Umfragen ebenso wie für deren Interpretation und Bewertung.
Repräsentativität von Umfrageergebnissen
Repräsentative Umfragen sind ein Instrument der empirischen Sozialforschung, das nach wissenschaftlichen Kriterien Erkenntnisse über Einstellungen und Wahrnehmungen in der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt liefert. Jedoch lässt sich die Qualität einer Umfrage keinesfalls anhand eines einzelnen Kriteriums allein beurteilen. Entscheidend sind vielmehr Forschungsdesign, die Definition der Grundgesamtheit, Stichprobe und Auswahl der Befragten, Erhebungsverfahren, mögliche Verzerrungen sowie die Auswertung der Daten. Diese Angaben zur Methodik müssen Bestandteil jeder Veröffentlichung von Umfrageergebnissen sein, um eine qualitative Einordnung möglich zu machen (siehe Veröffentlichung der Branchenverbände zur Repräsentativität von Umfragen).
Selbstkontrolle zur Qualitätssicherung
Die Markt-, Meinungs- und Sozialforschung verfügt in Deutschland über ein umfassendes System der Qualitätssicherung und professionellen Selbstkontrolle. Die Verbände der Branche haben gemeinsame Qualitätsstandards, Richtlinien und berufsethische Grundsätze entwickelt, die eine wissenschaftlich fundierte und transparente Durchführung von Forschungsprojekten gewährleisten. Diese Standards werden kontinuierlich weiterentwickelt, um neuen methodischen und technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Selbstkontrolle der Branche ist der Rat der Deutschen Markt- und Sozialforschung. Er prüft Beschwerden über mögliche Verstöße gegen die beruflichen und ethischen Grundsätze sowie gegen die Qualitätsstandards. Wer die Seriosität einer Umfrage anzweifelt, sollte sich an den Rat wenden.
Der ADM steht für wissenschaftlich fundierte, transparente und überprüfbare Markt-, Meinungs- und Sozialforschung. Kritik an Umfragen ist legitim und wichtig, wenn sie auf konkreten methodischen Kriterien und belastbaren Fakten beruht. Pauschale Zweifel an der Seriosität der ganzen Branche weisen wir zurück; zugleich bekräftigen wir unser Angebot, über Qualitätsstandards, Repräsentativität und die Aussagekraft von Umfragen jederzeit sachlich und offen in den Dialog zu treten.

